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Portables Video-Laryngoskop von McGrath® Dezember 18, 2006

Posted by JamL in Products & Technology.
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Die endotracheale Intubation ist je nach Patienten-Anatomie ein respekteinflössendes Unterfangen. Ein kurzer Hals, vorstehende Zähne oder ein enger Zahnbogen können videolaryngoskop.jpgHindernisse darstellen, welches es nur mit Mühe möglich machen, die Stimmbänder richtig einzustellen und den Tubus korrekt zu platzieren. Diese Problematik bringt die endotracheale Intubation gerade in der Präklink, wo beispielsweise im Zuge einer CPR schnellstmögliche Atemwegssicherung erforderlich ist, immer mehr in Verruf.Das portable Video-Laryngoskop Serie 5 von McGrath® gibt dem Anwender ein HIlfsmittel an die Hand, welches ihm die direkte Sicht auf den Kehlkopf mittels im Spatel integrierter Videokamera ermöglicht. Das Gerät kommt dabei ohne externe Stromversorgung aus und ist somit voll transportabel.

Ein hilfreiches Tool für den OP – in der Präklinik wird es wohl kaum grossen Anklang finden. Mal von den Anschaffungskosten abgesehen, würde die ohnehin schon kritische Intubationsdauer in Notsituationen wohl weiter zunehmen und den Patienten zusätzlich gefährden. Und das die Intubationsdauer auch mit diesem HIlfsmitte beträchtlich sein kann (>30 Sekunden), zeigt unten angeführtes Video. Im Bereich der Präklinik sollte also eher über Atemwegs-Alternativen (Larynxtubus & Co.) nachgedacht werden.

Intraossäre Medikamentenapplikation: Wo ist sie einzureihen? Dezember 14, 2006

Posted by JamL in ERC.
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Ob Adrenalin, Atropin oder Amiodaron – während einer CPR gibt es eine ganze Bandbreite an Notfallmedikamenten, die zu einem besseren Outcome führen können. Wer jedoch die Praxis kennt, der weiß, dass es unter Umständen gar nicht so einfach ist ein Medikament in einer Reanimationssituation in den Patienten hineinzubekommen. Kollabierte Venen, beengte Platzverhältnisse oder ein adipöser Patient sind nur einige Beispiele, die das Setzen einer Venenverweilkanülle zum echten Abenteuer machen können. Manchereiner freut sich dann besonders über die gelungene Intubation, zumal man ja bekanntlich viele Medikamente auch endobronchial verabreichen kann.

Doch dass die endobronchiale Verabreichung von Medikamenten problematisch ist, streichen die Richtlinien von 2005 ganz klar hervor. Zum einen können über diesen Applikationsweg nur unvorhersehbare Plasmakonzentrationen des Medikaments erreicht werden. Zum andern ist die optimale, tracheal zu verabreichende Dosis für die meisten Medikamente schlichtweg nicht bekannt. Es gibt sogar Studien die darauf hinweisen, dass die endobronchiale Verabreichung von Adrenalin einen negativen Einfluss auf Blutdruck und koronaren Perfusionsdruck hat.

Big2Relativ einfach zu schaffen ist der intraossäre Zugangsweg. Studien haben gezeigt, dass dieser auch bei Erwachsenen sehr effektiv ist und die zu wählende Alternative für gescheiterte Venenpunktionsversuche darstellt. Die intraossäre Verabreichung von Medikamenten erreicht Plasmakonzentrationen in vergleichbarer Zeit wie bei Verabreichung über einen zentralen Venenkatheter. Weiters kann Knochenmark für die Blutgasanalyse entnommen werden. Verschiedenste Hersteller erleichtern das Setzen des Zugangs mit Hilfe von fertigen Kits wie zum Beispiel einer Bone Injection Gun (Bild).

Nichts desto Trotz ist die endobronchiale Applikation nach wie vor in den Guidelines vertreten, sofern i.V. und i.O.-Zugang nicht möglich sind. Auf Grund vorliegender Datenlage, sollte jedoch der intraossäre dem endobronchialen Zugangsweg eindeutig präferiert werden.

(Quelle: Guidelines 2005, ERC)

Warum es besser ist groß zu bleiben… Dezember 12, 2006

Posted by JamL in News.
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Männer die im Alter an Körpergrösse einbüssen haben ein ungleich höheres Risiko an einem kardialen Geschehen zu sterben als solche, die nur unwesentlich „schrumpfen“. Das sind die Ergebnisse einer Studie aus England, welche an Probanden den Zusammenhang zwischen Verlust an Körpergrösse im Alter und deren Mortalität und Risiko eines koronaren Ereignisses untersuchten.Osteoporose_rug

Der Studie Zufolge haben Männer, welche im Alter mehr als 3cm ihrer Körpergrösse einbüssen ein um 43% erhöhtes Risiko ein „Coronary event“ zu erleiden und ein 64% erhöhtes Risiko frühzeitig zu sterben, verglichem mit Männern die weniger als 1cm Ihrer ursprünglichen Grösse verlieren. Untersucht wurden 4213 Männer, deren Grösse vor 20 Jahren (zwischen ihrem 40 und 59 Lebensjahr) erstmals erfasst wurde.

Man weiß, dass Osteoporose mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko vergesellschaftet ist. Warum es aber in diesem Zusammenhang tatsächlich zu einer derartigen Erhöhung genannter Risiken kommt, ist man sich noch nicht im Klaren.

(Quelle: „Height Loss in Older Men – Associations With Total Mortality and Incidence of Cardiovascular Disease“ S. Goya Wannamethee, PhD; A. Gerald Shaper, FRCP; Lucy Lennon, MSc; Peter H. Whincup, FRCP, PhD, Arch Intern Med. 2006;166:2546-2552.)

Herzdaten per Telefon live zur Klinik… Dezember 9, 2006

Posted by JamL in News.
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Dass schwer herzkranken Patienten, welche jederzeit der Gefahr eines plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstandes ausgesetzt sind, ein Defibrillator von wenigen Zentimetern Grösse implantiert werden kann, ist nichts Neues. Defi_2Dieser ist direkt mit dem Herzen verbunden, kann ein lebensbedrohliches Kammerflimmern erkennen und gegebenenfalls mittels elektrischem Impuls terminieren. Eine neue, am Universitätsklinkum Bonn entwickelte Technik ermöglicht es neuerdings jedoch, Patientendaten über ebendiese Geräte live per Telefon an die Fachleute in der Klinik zu übermitteln – ein Meilenstein in der Geschichte der Telemetrie.

Funktionnieren tut die neue Technik, indem der Patient den Telefonhörer in einen schachtelförmigen Transmitter legt und diesen dann an den in seiner Brust implantierten Defibrillator hält. Auf der anderen Seite der Leitung, werden dem Arzt die notwendigen Herz-Infos direkt auf den Monitor gespielt. Somit kann ein Patient in Not, direkt aus dem Wohnzimmer seine Herzdaten dem behandelnden Arzt übermitteln, welcher ihn in dieser Situation optimal beraten kann. „Wir können direkt sehen, in welchem Takt das Herz unseres Patienten schlägt. Das ist ein revolutionärer Schritt in der Telemedizin und eröffnet neue Dimensionen in der Versorgung von Patienten“ so einer der Oberärzte an genannter Klinik in dem zitierten Artikel.

In Kürze startet hierzu eine europaweite Studie, die erste Ergebnisse über die Erprobung im Alltag liefern soll. Man darf gespannt sein…

Larynxtubus: Hilfsmittel für die Präklinik? Dezember 8, 2006

Posted by JamL in Products & Technology.
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Ein relativ neues Hilfsmittel zur Atemwegssicherung stellt der Larynxtubus dar. Es handelt sich hierbei um einen Tubus, welcher blind vorgeschoben wird und auf Grund seLarynxtubusiner Form mit seiner weichen Spitze im Ösophagus zu liegen kommt. Über ein Ventil werden beide Ballons geblock und damit sowohl Ösophagus als auch der Rachenraum abgedichtet. Somit kann bei der Beatmung eine Magenüberblähung und damit auch das Risiko von Erbrechen und nachfolgender Aspiration erheblich gesenkt werden. Der Larynxtubus ist eine Alternative zu Larynxmaske, jedoch steht ausser Zweifel, dass die endotracheale Intubation nach wie vor den Goldstandard der Aspirationsprophilaxe beim Notfallpatienten darstellt.

Es gibt Hinweise darauf, dass der Larynxtubus auch ein geeignetes Beatmungs-Hilfsmittel für nicht ärztliches Personal darstellt. In einer neueren Studie, wurden 30 Patienten im Rahmen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes von nur minimal trainierten „Nurses“ (diplomiertes und für notfälle ausgebildetes Pflegepersonal, welches in Amerika u.a. im Rettungsdienst eingesetzt wird) mit einem Larynxtubus versorgt. In 90% der Fälle war das Einführen (max. 2 Versuche) erfolgreich und die Beatmung war bei 80% der Patienten Adequat (1). Beachtlich ist auf jeden Fall, dass es in keinem einzigen Fall zur Regurgitation kam. Demgegenüber stehen Studien, die die Intubation durch Personen, welche nicht tagtäglich diese Fähigkeit trainieren, in Verruf bringen (Intubationsdauer zu lange, Tubusfehllage etc.)

Es bleibt abzuwarten ob sich der Larynxtubus in der Präklinik durchsetzt. Wie so oft, ist es ein Abwägen von Vor- und Nachteilen, welches Hilfsmittel des Airway-Managements für welchen Patienten geeignte ist. Weiter Studien werden hoffentlich noch klarere Ergebnisse für eindeutige Empfehlungen bringen. Weitere Informationen zur Atemwegssicherung finden sich in den aktuellen Guidelines des ERC.

1) Kette F, Reffo I, Giordani G, et al. The use of laryngeal tube by nurses in out-of-hospital emergencies: preliminary experience. Resuscitation 2005;66:21-5