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Intraossäre Medikamentenapplikation: Wo ist sie einzureihen? Dezember 14, 2006

Posted by JamL in ERC.
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Ob Adrenalin, Atropin oder Amiodaron – während einer CPR gibt es eine ganze Bandbreite an Notfallmedikamenten, die zu einem besseren Outcome führen können. Wer jedoch die Praxis kennt, der weiß, dass es unter Umständen gar nicht so einfach ist ein Medikament in einer Reanimationssituation in den Patienten hineinzubekommen. Kollabierte Venen, beengte Platzverhältnisse oder ein adipöser Patient sind nur einige Beispiele, die das Setzen einer Venenverweilkanülle zum echten Abenteuer machen können. Manchereiner freut sich dann besonders über die gelungene Intubation, zumal man ja bekanntlich viele Medikamente auch endobronchial verabreichen kann.

Doch dass die endobronchiale Verabreichung von Medikamenten problematisch ist, streichen die Richtlinien von 2005 ganz klar hervor. Zum einen können über diesen Applikationsweg nur unvorhersehbare Plasmakonzentrationen des Medikaments erreicht werden. Zum andern ist die optimale, tracheal zu verabreichende Dosis für die meisten Medikamente schlichtweg nicht bekannt. Es gibt sogar Studien die darauf hinweisen, dass die endobronchiale Verabreichung von Adrenalin einen negativen Einfluss auf Blutdruck und koronaren Perfusionsdruck hat.

Big2Relativ einfach zu schaffen ist der intraossäre Zugangsweg. Studien haben gezeigt, dass dieser auch bei Erwachsenen sehr effektiv ist und die zu wählende Alternative für gescheiterte Venenpunktionsversuche darstellt. Die intraossäre Verabreichung von Medikamenten erreicht Plasmakonzentrationen in vergleichbarer Zeit wie bei Verabreichung über einen zentralen Venenkatheter. Weiters kann Knochenmark für die Blutgasanalyse entnommen werden. Verschiedenste Hersteller erleichtern das Setzen des Zugangs mit Hilfe von fertigen Kits wie zum Beispiel einer Bone Injection Gun (Bild).

Nichts desto Trotz ist die endobronchiale Applikation nach wie vor in den Guidelines vertreten, sofern i.V. und i.O.-Zugang nicht möglich sind. Auf Grund vorliegender Datenlage, sollte jedoch der intraossäre dem endobronchialen Zugangsweg eindeutig präferiert werden.

(Quelle: Guidelines 2005, ERC)

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